Gottleben und Gottgeben

Gottleben und Gottgeben sind Komajas originelle Methoden der sexuellen Abstinenz. Der Zweck der sexuellen Abstinenz ist das Bewusst­machen und Annehmen des Triebhaften und des Tierischen im Menschen, seine Vergeistigung und das Erlangen des höheren Bewusstseins. Durch die Abstinenz soll die sexuelle Energie aus dem Bereich der sexuellen Organe zum Stirn- bzw. Scheitel-Cakra gebracht werden. Dadurch erlangt man eine beschleunigte Entwicklung des menschlichen Gehirns.

Ein ungenügend bewusst gemachter Sex beansprucht eine riesige Menge an nervlicher, vitaler und seelischer Energie. Wenn wir keinen Sex machen, sondern uns auf richtige Weise enthalten, bekommen wir einen Überschuss an Lebenskraft. Innerhalb unseres psycho-physischen Systems geschieht etwas Ähnliches wie wenn im Nuklearreaktor die kritische Masse erreicht wird. Wenn der Mensch es schafft, im Zustand der Liebe und der Verliebtheit zu bleiben, entstehen in großen Mengen „Hormone“ der Freude und Begeisterung sowie „Hormone“, die es ermöglichen, dass sich die Kundalini-Shakti, der Heilige Geist leichter durch unser endokrines System und unser Nervensystem ausdrückt. Das ist die Essenz der Methode des Gottlebens:

Gottleben - "Gott leben". Diese Methode ist äußerlich dem christlichen Zölibat und dem hinduisti­schen Brahmacharya am ähnlichsten, denn der/die Gottlebende enthält sich von jeglicher sexueller Aktivität mit dem Ziel, dass Gott sich durch seine Seele und seinen Körper verwirklicht. Das Gottleben unterscheidet sich vom hindu­isti­schen Brahmacharya und dem christlichen Zölibat wesentlich durch die folgenden zwei Merkmale:
1. Der/die Gottlebende darf das Liebweilen ausführen, d.h. die Liebesmeditation,
2. der/die Gottlebende darf, aufgrund von Komajas spezifischem Zutritt zur Sexualität ("Sex ist die heiligste, göttlichste Aktivität der menschlichen Wesen"), in seinen Meditationen sogar Bilder sexueller Vereinigung anwenden - dies natürlich nur in dem Maße, in dem als Folge solcher inneren Aktivität: a) sich die Feuchtigkeit der Augen und der Nasenschleimhäute erhöht, b) feiner, wohlschmeckender Speichel abge­sondert wird, c) sich der ganze Körper mit Lebenskraft und dem Gefühl vollkommener Erfülltheit und Behaglichkeit auflädt; ferner - die Herzin grenzenlose und bedingungslose Liebe für alles und jeden strahlt, der Mensch sich seiner strahlenden Aura und als Folge dessen seiner Einheit mit dem allumfassenden Leben bewusst wird, das Gefühl des eigenen "Ich" verschwindet. Das Gottleben bedeutet vor allem zwei Dinge: - Der Mensch lebt nur für Gott, sein ganzes Leben gibt er vollständig Gott hin; - als Folge dieser Hingabe äußert sich Gott, im Einklang mit der erreichten Entwicklungsstufe des betreffenden Menschen, vollkommen durch die menschliche Seele und den Körper, Gott lebt also durch den Menschen. In Gottleben leben kann also im höchsten Sinne dieses Wortes nur - der Verkörperte Gott.

Vgl. auch die ausführliche Darstellung in Aba Aziz Makaja, Komaja - die geistige Liebes- und Lebenskunst, Zürich/Konstanz 1998, S. 130f, sowie:
ders., Der Erleuchtete Eros. Paradiesische Utopie oder Wirklichkeit, Zürich 2003, S. 196 f.

Gottgeben - das Geben bzw. Hingeben seines ganzen Selbst und so auch seiner Sexualität zu Gott. Sexuelles Liebkosen ist bei dieser Methode erlaubt, jedoch unter genau definierten Bedingungen. So darf z.B. der/die Gottgebende keinesfalls einen Orgasmus erleben.

Vgl. auch die ausführliche Darstellung in Aba Aziz Makaja, Komaja - die geistige Liebes- und Lebenskunst, Zürich/Konstanz 1998, S. 125-133, sowie:
ders., Der Erleuchtete Eros. Paradiesische Utopie oder Wirklichkeit, Zürich 2003, S. 196 f.

Worin liegt der Vorteil dieser Methode gegenüber anderen, ähnlichen Methoden wie z.B. dem christlichen Zölibat oder hinduistischen Brahma­carya? Weil es bei dieser Methode eher unwahr­­­schein­lich ist, dass es, im psychologischen Sinn, zur Unterdrückung der sexuellen Energie kommt und zu allen da­raus resultierenden negativen Folgen. Es ist bekannt, dass viele Schizophrenieerkrankungen gera­de in puritanischen Familien entstehen, in denen man Sex als Sünde betrachtet und wo die körperliche Lei­den­­schaft nicht zugelassen wird. Somit sind das Gottleben und das Gottgeben Techniken, die Komaja so­wohl jun­­­gen als auch älteren Menschen anbietet.

Copyright (c) KOMAJA 2018 / design V. Heil