Verliebtheit als geistige Methode

1. Verzückt, entrückt und hingegeben.
2. Das Liebweilen und die Komaja Meditation - das Training der Verliebtheit

Verzückt, entrückt und hingegeben

Die jahrtausendlangen Bemühungen weiser Männer und Frauen, uns Menschen den Weg zurück zu unserem göttlichen Ursprung zu erleichtern, haben eine Vielzahl an Religionen, geistig-philosophischen Systemen und Methoden hervor­gebracht. Neben allen ihren Unterschieden ist bei der Mehrheit der Wege dennoch eine Gemeinsam­keit zu erkennen: Das Gesetz der Liebe und aller damit verbundenen Tugenden wie Barmherzigkeit, Mitgefühl, Verzeihen, Güte usw. Die Liebe ist der Beginn und das Ende der geistigen Entwicklung: Am Anfang des Weges ist der Mensch ein Bhakta und am Ende des Weges ist der Mensch ein Maha-Bhakta, sagen die hinduistischen Vaishnavas. Von höchster Einsicht und Weisheit getragenes Erbarmen bestimmt das Handeln des buddhistischen Bodhisattva. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, sagen die Christen. Auch in Komaja, der geistigen Lehre und Gemeinschaft, die der tantrische Meister Aba Aziz Makaja 1978 gegründet hat, beginnt der Weg bei der Entwicklung der Liebe. Besonders und originell ist jedoch die Methode, die Makaja zur dauerhaften Öffnung und Stärkung des Herzhakras anbietet...
Selbstvergessen und glückselig, verzückt, entrückt und hingegeben, energiegeladen und ekstatisch - sowohl die unsterblich Verliebten als auch die Erleuchteten würden ihre Bewusstseinszustände mit ähnlichen Eigenschaftswörtern beschreiben. Lesen sie mehr!

Das Liebweilen

Eine Methode, mit der in Komaja die volle Anwesenheit des Geistes im Körper verwirklicht wird, bei gleich­zeitigem Zurücklassen des Gedankens über sich selbst, ist die Liebesmeditation oder das Liebweilen - das "Weilen in der Liebe". Diese Übung ist entstanden als Resultat der Erkennt­nis, dass der Weg zur göttlichen, bedingungslosen Liebe über die menschliche, unvollkommene Liebe führt. Über das Üben, Verstärken, Vervollkommnen der Liebe zu einem Menschen gelangt man demnach am Ende zur universellen, göttlichen Liebe.

Die Technik

a) Das Liebweilen oder die Liebesmeditation wird so ausgeführt, dass der Mann und die Frau einander so nah wie möglich gegenüber sitzen, aber ohne sich zu berühren. Nach einigen Minuten der Entspannung und Sammlung öffnen sie langsam die Augen und richten den Blick auf die Brust ihres Gegenübers. Der Blick muss von der Sehnsucht nach dem vollkommenen Sich-Öffnen, nach der aufrichtigen, natürlichen Verschmelzung zweier zärtlicher und empfindsamer Seelen - denn so sind tatsächlich die Seelen von uns allen - begleitet sein. Wenn sie spüren, dass sie in den "Strom" feiner Gefühle eingetreten sind, heben die Partner den Blick. Mit Sehnsucht, mit edlem Wunsch, mit Mitgefühl und Verständnis. Ohne Angst. Ohne Scham. Tief, tief, aufrichtig. Gewöhnlich kommt es dann zu einem stärkeren oder schwächeren Zittern und Zucken der Lippen und anderer Gesichtsteile. Wenn das jemanden beunruhigt, soll man die Augen schliessen und warten, bis das Zucken aufhört. Dieses Zucken tritt aus demselben Grund auf wie in der individuellen Meditation. Infolge des jäh verstärkten Durchströmens von prana kommt es nämlich zu einem beschleunigten Entspannen und Nähren des Nervensystems und des Muskelgewebes. Es ist wünschenswert, die Augen auch dann zu schliessen, wenn in der Person oder im Partner, mit der oder dem man arbeitet (da sich beide einander aufrichtig und tief öffnen), Angst, Begierde, ein schlechtes Gewissen, grosse Trauer oder ähnliches auftritt, man selbst jedoch im Moment nicht genügend Liebe und Kraft hat, diese negativen Energien in positive umzuwandeln - sei es in sich selbst, sei es in seinem Gegenüber. Wenn man dazu genügend Kraft aufbringt, öffnet man langsam die Augen und überschüttet den/die PartnerIn mit Wogen der Liebe und der edlen Sehnsucht, so lange, bis beide sich in einem Ozean der Liebesfreude befinden, bis sie in der Welt der Einheit ertrinken.

Die Übenden können einander beim Bewusstmachen der körperlichen, der Gefühls- und Gedankenenergien sehr helfen, indem sie während der Meditation, immer wenn es nötig ist, mit Blicken oder leichten Bewegungen des Gesichts oder der Hände - oder mit eventuellen leichten Berührungen - darauf hinweisen, dass die Stirn gerunzelt ist, dass das Gesicht, die Lippen verkrampft sind u.ä. Die Partner können auch sprechen, aber wenn es sich um Anfänger handelt, dann sollte man dies besser vermeiden. Es sind viel, viel Geduld und Zärtlichkeit sowie ein starkes Gefühlsengagement erforderlich, als ob es das letzte Weilen mit einer Person anderen Geschlechts im Leben wäre. Zur Qualität der Meditation trägt solche Musik viel bei, die die Gefühle anregt.

Dauer der Meditation: Zwischen fünf Minuten und fünfzig oder mehr Jahren.

b) Das Liebweilen kann man mit der Meditation des Verschmelzens der Cakras mit dem Partner kombinieren. Es hat nur Sinn, diese Kombination anzuwenden, wenn beide Partner schon eine gewisse Erfahrung in der Liebesmeditation haben. Die optimale Reihenfolge des Verschmelzens ist in diesem Fall: Herzin, Machtin, Halsin, Kronin, Nabelin, Sinnin und Quellin. Zwischen den Cakras kann es von Nutzen sein, den Blick wieder auf das Gesicht des Partners zu richten, um die eventuell verlorene Sicherheit, die Gefühlskraft u.ä. wiederzuerlangen.

c) Die dritte Variante des Liebweilens eignet sich nur für schon sehr fortgeschrittene Geistige. Während sie den Blick auf die Brust richten, bringen die Partner die Schwingungen ihrer Gefühls- und Gedankenkörper in Einklang. Wenn sich die Gefühls- und Gedankenkörper zu einem Gefühls- und Gedankenkörper verschmelzen, heben die Partner langsam den Blick - Augen in Augen. Es folgt die Phase des Zerschmelzens der Gefühls- und Gedankenstruktur und das Übergehen zu der kausalen Ebene und zu höheren Ebenen. Erst hier erlebt man im Grunde genommen die wahre, reine, vollkommen selbstlose Liebe. Erst hier rechtfertigt die Liebesmeditation ihren Namen vollständig. Nun treten starke Phänomene auf allen Ebenen auf, manchmal auch physisch sicht- und messbare. Wenn die Meditation längere Zeit dauert, können sich die Partner so hinlegen, dass sich ihre Körper berühren; zuerst auf den Rücken und dann nach einiger Zeit auf den Bauch. In der liegenden Stellung wird das Geschehen mit geschlossenen Augen fortgesetzt.
Das Liebweilen oder die Liebesmeditation stellt, wenn sie aufrichtig ausgeführt wird, das effektivste und sicherste Mittel zur Entwicklung der Hellsichtigkeit sowie vieler anderer psychischer Kräfte dar. Indes ist ihr Hauptziel, ihre Essenz – die Liebe, Liebe und Bewusstsein.



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